Fragen & Antworten

Mögliche Fragen und die zugehörigen Antworten zur Fernwärme-Erweiterung in der Wiesbadener Innenstadt haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Projektdaten

  • Was ist geplant?

    Das Fernwärmenetz der ESWE Versorgung wird derzeit in Richtung Innenstadt erweitert. Die nötigen Baumaßnahmen laufen in einer ersten Trasse entlang der Friedrich-Ebert-Allee und der Wilhelmstraße bis zum Kureck. Diese Bauarbeiten sind weit fortgeschritten und werden 2017 beendet. Eine zweite Trasse soll ab Juni 2017 die Fernwärme vom bereits bestehenden Netzpunkt am Gutenbergplatz (Landeshaus) aus zum neuen Campus der Hochschule Fresenius am Altes Gericht bringen.

    Grund für die Investitionen sind städtebaulich wichtige neue Gebäude, die so ökologisch sinnvoll beheizt werden und ohne eigene Heizzentralen auskommen können.

  • Welche Abnehmer gibt es?

    Fernwärme werden zukünftig das Rhein-Main Congress Center, der Komplex Wilhelmstraße 44, der Campus der Hochschule Fresenius am Alten Gericht und das neue Kureck beziehen. Hier sind die entsprechenden Verträge bereits abgeschlossen. Darüber hinaus befindet sich ESWE Versorgung mit weiteren Abnehmern in den neuen Fernwärme-Potenzialgebieten in konkreten Verhandlungen.

  • Wo kommt die Wärme her?

    Etwa 60 Prozent der Wiesbadener Fernwärme kommt aus unserem Biomasseheizkraftwerk nahe der Wiesbadener Deponie. Die ökologisch hochwertige Qualität der Wärme wird auch durch den von der TU Dresden zertifizierten besonders niedrigen "Primärenergiefaktor" deutlich.

    www.eswe-bioenergie.de

    Die restlichen 40 % kommen aus unseren konventionellen Heizwerken, zum Teil unter Einsatz von regenerativen Brennstoffen und Kraft-Wärme-Kopplung, im Stadtgebiet.

  • Wie hoch ist die Investitionssumme?

    Die Baumaßnahmen kalkulieren wir für beide Trassen (Wilhelmstraße und Moritzstraße) zusammen mit rund 6,2 Mio. Euro.

Bauarbeiten

  • Wie lang ist der jeweilige Bauabschnitt? (Länge des Bauzauns?)

    Wir rechnen mit einem Abschluss mit dem Anschluss aller Vertragspartner bis Ende 2017. Auf der Trasse Moritzstraße ist darüber hinaus eine Erweiterung in Richtung Rheinstraße geplant, um weitere Interessenten anschließen zu können. Diese ist für das Frühjahr 2018 geplant.

  • Wie lange wird es dauern?

    Wir rechnen mit einem Abschluss aller Maßnahmen Ende 2017.

  • Auf welche Beeinträchtigungen müssen sich Geschäfte und Bevölkerung einstellen?

    Uns ist bewusst, dass die Baustellen eine Belastung für Anwohner und Gewerbetreibende darstellen.
    Deswegen werden wir nur in Bauabschnitten von maximal 200 Metern vorangehen. Wir sind in engen Gesprächen mit den städtischen Behörden, um die Belastungen so gering wie möglich zu halten. Es ist zudem sinnvoll die Bauarbeiten schwerpunktmäßig 2017 durchzuführen, da in diesem Zeitraum ohnehin einige bauliche Eingriffe in diesem Gebiet stattfinden werden (z.B. Rhein-Main Congress Center, Kureck, Campus Hochschule Fresenius am Alten Gericht, Wilhelmstraße 44).

  • Was passiert, wenn Sie bei den Grabungen auf Bau- oder Bodendenkmäler treffen?

    Wir haben uns frühzeitig mit dem Bauaufsichtsamt in Verbindung gesetzt und für den Bereich obere Wilhelmstraße, Kureck und Moritzstraße eine archäologische Dokumentation durch Experten vereinbart. Etwaige Bau- und Bodendenkmäler werden entsprechend genau dokumentiert und gesichert / nach dem Bau wieder hergestellt.

    Die Vorgehensweise ist uns bereits von anderen Projekten her bekannt und auch gesetzlich vorgegeben. Wir haben Kontakt zu Dr. Dieter Neubauer von Hessen-Archäologie und der ausführenden Fachfirma Lorscheiter.

  • Verlegen Sie auch gleichzeitig Leerrohre für spätere Maßnahmen wie Glasfaser-Internet oder wird dann wieder die Straße aufgerissen?

    In Abschnitten, in denen derzeit keine solchen Infrastrukturen bestehen, werden selbstverständlich Leerrohre mit verlegt, um die Beeinträchtigungen durch Baumaßnahmen möglichst gering zu halten.

Verkehr und Feste

  • Wie wird der Verkehr geregelt?

    Die Verkehrsführung wird in enger Abstimmung mit den städtischen Behörden von einem spezialisierten Verkehrsplanungsbüro erarbeitet. Die grundsätzliche Maßgabe ist, trotz der Bauarbeiten alle Verkehrsbeziehungen zu erhalten und auf Vollsperrungen zu verzichten. Dennoch können die Arbeiten auf der Wilhelmstraße und insbesondere in Querung des 1. Rings zu Behinderungen führen. Ortskundigen wird empfohlen, alternative Routen zu prüfen.

  • Wie stark wird das Wilhelmstraßen-Fest beeinträchtigt werden?

    Während des Wilhelmstraßen-Fests ruhen die Bauarbeiten und etwaige Baugruben werden verschlossen.

  • Wo können sich Bürger und Geschäftsleute informieren?

    Wir haben alle Anwohner und Gewerbetreibenden bereits per Brief informiert. Außerdem finden Interessierte die Projektinformationen auf dieser Webseite.

    Zusätzlich wollen wir durch aktive Pressearbeit und Dialogveranstaltungen sicherstellen, dass die Bevölkerung gut informiert ist und den großen Nutzen der Maßnahme erkennt.

Interessenten

  • Was muss ich als privater / gewerbetreibender Interessent tun, um Fernwärme zu beziehen?

    Information und Ansprechpartner finden Interessierte auf unserer Homepage.

  • Wo sind die Vorteile für den Kunden?

    Der Transport der thermischen Energie (Fernwärme) erfolgt über ein im Erdreich verlegtes, wärmegedämmtes Rohrsystem, aus dem Gebäude mit Heizenergie und Warmwasser versorgt werden. Beim Nutzer erfolgt die Wärmeübergabe mit Hilfe einer Übergabestation (Wärmetauscher). Die Betriebstemperaturen für den Vorlauf sind 70-100 °C bei einem Betriebsdruck von 10-16 Bar.

    Der Anschluss an das Fernwärmenetz bietet folgende Vorteile:

    • Geringer Platzbedarf
    • Keine Lagerhaltung von Heizöl, Flüssiggas, Holzpellets
    • Keine Abgasanlage (Kamin) mit Folgekosten
    • Keine Heizungswartung
    • Ersparung individueller Emissionen (Luftreinhaltung)
  • Planen Sie weitere Teile der Innenstadt mit Fernwärme zu versorgen? Wie sieht der Zeitplan aus?

    Für das Klima in der Innenstadt, die in einem Talkessel liegt, ist jeder Emittent von Abgasen, der nicht gebaut wird oder wegfällt, ein Gewinn. Allerdings ist uns bewusst, dass in vielen Fällen die Gasetagenheizung ein Standard ist, der nicht in allen Fällen sinnvoll durch Fernwärme ersetzt werden kann. Deswegen konzentrieren wir uns im ersten Schritt auf große neue Abnehmer. Ist die Wilhelmstraße aber erschlossen, sind weitere Anbindungen denkbar und sinnvoll. Zudem eröffnet auch die zweite Innenstadttrasse in Richtung Campus Altes Gericht neue Potenziale bis zur Schwalbacher Straße.
    Für Interessenten bieten wir auf unserer Homepage entsprechende Ansprechpartner.

Umweltschutz

  • Sie argumentieren mit ökologischem Nutzen. Können Sie diesen nachvollziehbar berechnen?

    Aufs Jahr gesehen werden 95 Millionen Kilogramm CO2 eingespart. Weiterhin besteht der Nutzen darin, dass in der luftökologisch sensiblen Talkessellage jeder Wegfall einer Emissionsquelle aus Sicht der Lufthygiene positiv zu sehen ist.

    • Das BMHKW Wiesbaden ersetzt fossilen Brennstoff mit einem Energieäquivalent von 16 Millionen Liter Heizöl jährlich durch Biomasse.
    • Da Biomasse als nachwachsender Rohstoff als klimaneutral gilt, wird durch den Betrieb des BMHKW eine CO2-Einsparung von ca. 94,7 Millionen kg/a erreicht.
    • Die von dem BMHKW erzeugte Leistung entspricht ca. 4% des derzeitigen Wärme- und Strombedarfs der Landeshauptstadt Wiesbaden, rechnerisch können damit 12.000 Einfamilienhäuser versorgt werden.
    • Mit dem Betrieb des BMHKW sind wir einen großen Schritt weiter, die Wiesbadener Klimaziele 2020 zu erreichen.
    • Das BMHKW bietet 15 neue, dauerhafte Arbeitsplätze für den Raum Wiesbaden. Die Entstehung oder Sicherung weiterer Arbeitsplätze bei den Zulieferern oder Dienstleistern ist dabei noch nicht berücksichtigt.
    • Der Bezug von Biomasse aus der Rhein-Main-Region verringert die Importabhängigkeit der Energieversorgung vor Ort.

    (aus www.eswe-bioenergie.de)

  • Wie ökologisch ist die Fernwärme überhaupt? Muss im Winter extra für das Fernwärmenetz zugeheizt werden?

    Die ökologischen Vorteile sind signifikant. Da Biomasse als nachwachsender Rohstoff als klimaneutral gilt, wird durch den Betrieb des BMHKW eine CO2-Einsparung von ca. 94,7 Millionen kg/a erreicht. Jedes Gebäude, was nicht in der Innenstadt individuell beheizt werden muss, verbessert die Luft.

    An besonders kalten Tagen werden wir über unsere vier konventionellen Heizwerke im Fernwärmenetz Lastspitzen abfangen. Das heißt, an besonders kalten Tagen wird insgesamt mehr geheizt, was aber die ökologische Bilanz über das Gesamtjahr nicht berührt.